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01.02.2010 - Nachholbedarf bei Beruf und Pflege - Neue Studie vorgestellt
Meppen. Der Überbetriebliche Verbund Landkreis Emsland e.V. (ÜBV) hat die Führungskräfte und Personalverantwortlichen seiner Mitgliedsunternehmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege befragt und jetzt die Ergebnisse vorgelegt. Die Untersuchung zeichne ein interessantes Bild. Während die Vereinbarkeit von Beruf und Erziehung in fast allen Mitgliedsbetrieben einen sehr hohen und hohen Stellenwert hat, fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie ist und zahlreiche betriebliche Maßnahmen vorhanden sind, besteht Nachholbedarf bei der Förderung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Das belegen auch die Aussagen der Unternehmer über realisierte oder geplante Maßnahmen für pflegende Beschäftigte. So hat die Untersuchung gezeigt, dass Maßnahmen, die zu mehr Flexibilität in Arbeitszeit und Arbeitsorganisation beitragen wie Arbeitsbefreiung in akuten Notfällen, Teilzeitarbeit oder eine flexible Pausenregelung, in fast zwei Drittel der befragten Betriebe vorhanden sind. Hingegen ist das derzeitige Angebot an Beratung und Information für pflegende Beschäftigte eher dürftig. Demnach arbeiten nur sechs Prozent der Unternehmen mit externen Beratungsdiensten zusammen, knapp acht Prozent bieten persönliche Beratung und lediglich in jedem fünften Untermnehmen gibt es schriftliches Informationsmaterial. „Ohne Zweifel nutzen viele betriebliche Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeit und Arbeitsorganisation nicht nur den Eltern, sondern auch pflegenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, stellt Ursula Voß, Geschäftsführerin des ÜBV fest. „Dennoch sollten Unternehmen ihr Angebot ausweiten und auf pflegende Beschäftigte zuschneiden. Denn der Bedarf ist da und wird aufgrund des demographischen Wandels schon in naher Zukunft sehr stark ansteigen“. Bereits jetzt haben Beschäftigte in jedem fünften Unternehmen ihre Arbeitszeit aufgrund einer Pflegeaufgabe reduziert. In fast jedem zehnten Betrieb haben Beschäftigte aus diesem Grund gekündigt. „Umso erschreckender, dass 50% der befragten Betriebe angeben, sie wüssten überhaupt nicht, ob ihre Beschäftigten Pflegeaufgaben wahrnehmen. Noch viel zu häufig dominieren Unwissenheit und Skepsis“, meint Ursula Voß. Doppelbelastung Dabei sind den Unternehmern und Personalverantwortlichen die negativen Auswirkungen einer Doppelbelastung durch die Pflege eines Familienangehörigen durchaus bewusst. Zum Beispiel befürchten sie, dass diese Beschäftigten weniger leistungsfähig und belastbar sind, körperliche Beschwerden bekommen, überdurchschnittlich viele Krankheitstage haben, ihre Arbeitszeit reduzieren und Probleme mit Kollegen bekommen. Um den genauen Bedarf zu ermitteln und das Thema in die Belegschaften zu tragen, plant der ÜBV eine Befragung der beschäftigten in den Mitgliedsunternehmen. Auf Grundlage beider Befragungen sollen dann konkrete betriebliche Angebote, Seminare für Führungskräfte und eine regionale Plattform zum Erfahrungsaustausch entwickelt werden. |
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