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26.01.2010 - Vom Tabuthema zum Modethema Vom Tabuthema zum Modethema Überbetrieblicher Verbund – Familienfreundlichkeit gut für Image sol Haselünne. Vor 16 Jahren, als der Überbetrieblichen Verbundes Landkreis Emsland e.V. gegründet wurde, war das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf oft Tabu. Dies hat sich jetzt grundlegend verändert, wie die Vorsitzende des Elisabeth Knollenborg bei der Mitgliederversammlung im Hansesaal bei Berentzen in Haselünne sagte. Immer mehr Unternehmen erkennen den betriebswirtschaftlichen Nutzen von familienfreundlicher Personalpolitik. Mittlerweile gibt es nach ihren Worten auch zahlreiche Institutionen, die sich mit diesem Thema befassen und sich auch manchmal gegenseitig Konkurrenz machen. „Mir ist ein Anliegen, dass wir zusammenfinden“, appellierte die Vorsitzende. Sie wies darauf hin, dass der Überbetriebliche Verbund in den vergangenen 16 Jahren ein gutes Netzwerk aufgebaut habe und über gute Kontakte mit der Wirtschaft verfüge. „Wir kriegen die Vertreter der Unternehmen in die Veranstaltungen und nicht unbedingt die Multiplikatoren“, machte sie klar. Der Überbetriebliche Verbund besteht aus 84 Mitgliedsbetrieben, in denen derzeit 11000 Personen beschäftigt sind, davon mehr als die Hälfte Frauen. Aus den Mitgliedsunternehmen wurden 2008 rund 600 Erziehungsurlauberinnen regelmäßig über Weiterbildungsseminare der Koordinierungsstelle informiert. Im Vergangenen Jahr konnte der Verein als neue Mitglieder die Firmen Electro Niemann GmbH aus Niederlangen, die Firmengruppe Hänsch aus Herzlake, die Menke Werbe GmbH aus Meppen und Annette Kahle „Lust auf Mode“ aus Salzbergen begrüßen. „Ich hoffe, dass wir in Zukunft sehr gut am Ball bleiben“, sagte Knollenborg. „Am Ball bleiben“ heißt auch das Weiterbildungsprogramm des Überbetrieblichen Verbundes, das im Emsland bereits seit Jahren sehr gut aufgenommen wird. Im Jahre 2008 wurden der Zielgruppe insgesamt 104 Seminare und Maßnahmen angeboten, 29 von ihnen haben stattgefunden. Wie die Leiterin der Geschäftstelle Ursula Voß berichtete, wurden bei der Gestaltung des Programms die Anregungen und Wünsche der Mitgliedsbetriebe ebenso berücksichtigt, wie die Qualifizierungsbedarfe der Mitarbeiter in der Elternzeit. Insgesamt haben 239 Frauen und Männer das Angebot der Koordinierungsstelle in Anspruch genommen. Während der Schulungen wurden 27 Kinder vorwiegend in den Mütterzentren betreut. Auch das Beratungsangebot der Koordinierungsstelle fand eine gute Resonanz. Ab dem 16. Mai bis Ende 2008 führte die Koordinierungsstelle 65 persönliche Beratungen durch, davon 124 telefonische Beratungen und 21 per E-Mail. Neben den Einzel- haben vier Gruppenberatungen zum Thema Wiedereinstieg in den Beruf stattgefunden. Insgesamt haben 272 Frauen und Männer die Beratung in Anspruch genommen, die Hälfte davon waren Alleinerziehende. Angestiegen ist die Zahl der Ratsuchenden, die mit sehr komplexen Fragen und Problemen wie Trennung, Scheidung, finanzielle und psychosoziale Probleme in die Beratung kommen. Damit der Wiedereinstieg in den Beruf gelingen kann, müssen sie über einen längeren Zeitraum begleitet werden. Ein neues Thema, dem sich der Überbetriebliche Verbund nach Worten der Geschäftsführerin Voss im kommenden Jahr verstärkt widmen möchte, ist die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. „Die Mitarbeiter brauchen Unterstützung. Da müssen wir überlegen wie“, sagte sie. Wenn Eltern, Schwiegereltern oder der Partner plötzlich zum Pflegefall werden, wissen viele Berufstätige nicht weiter. In Anbetracht des demografischen Wandels sehen auch die Unternehmen immer mehr das Thema „Pflege von Angehörigen“ auf sich zukommen. Es ist aber bei vielen noch Tabu. Konkrete Angebote gebe es kaum. Deshalb habe sich der Überbetriebliche Verbund für das Jahr 2010 zum Ziel gesetzt, das Thema offensiv anzugehen. „Meine Eltern, ihre Arbeit und ich“ war der Titel eines Malwettbewerbes, den der Überbetriebliche Verbund mit den Kindern der Beschäftigten aus den Mitgliedsbetrieben durchführte. Bei der Mitgliederversammlung bei Berentzen in Haselünne wurde die Bilder zugunsten eines Kinderprojektes verkauft. Bilder, die im Rahmen des Malwettbewerbes „Meine Eltern, ihre Arbeit und ich“ entstanden sind, wurden bei der Mitgliederversammlung zugunsten eines Kinderprojektes verkauft. Artikel LT, MT und Ems-Zeitung vom 19.12.2009 |
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