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21.09.2009 - Vortrag „Spiele mit der Macht“ mit Managementtrainerin Marion Knaths am 3. September

Das königliche Brettspiel
Vortrag „Spiele mit der Macht“ mit Managementtrainerin Marion Knaths

sol Meppen. Männer denken in Hierarchien, Frauen in Netzwerken. Deshalb tun sich Frauen mit Spielregeln der für die Männer typischen Kommunikation der Macht schwer. Doch wenn sie verstehen, stehen ihnen viele neue Wege und Aufstiegschancen offen.

„Rangordnung vor Inhalt“, so klärte die Managementtrainerin Marion Knaths aus Hamburg rund 60 Frauen und drei Männer in ihrem Vortrag „Spiele mit der Macht“ in Meppen auf. Zu der Veranstaltung in dem neuen Gebäude der Sparkasse Emsland hatte der Verein Überbetrieblicher Verbund Landkreis Emsland und dessen Geschäftsstellenleiterin Ursula Voß eingeladen. In der Einführung begrüßte der Vorsitzende des Vorstandes Ludwig Momann die Gäste und stellte die Sparkasse Emsland vor. Knaths, früher Leiterin Beschaffung und Betriebswirtschaft der Damenoberbekleidung des Otto Versandes, ist heute bundesweit bekannte Referentin und Buchautorin. Ihre Beratungsfirma „sheboss“ hat sich auf Führungsseminare für Frauen spezialisiert.

„Was können wir von der Dame im Schach lernen?“ In ihrem Vortrag vermittelte Knaths viele Tipps, was Frauen tun sollten, um von ihren Vorgesetzten und männlichen Arbeitskollegen stärker wahrgenommen zu werden. „Erst haut die Hackordnung, dann kommen die Inhalte“, zog sie dabei öfters Parallelen zu dem königlichen Brettspiel, in dem alleine das spielerische Können und nicht der Zufall entscheidet. Um ihre Anliegen bei Besprechungen oder Konferenzen leichter durchsetzen zu können, sollten die Frauen nach ihren Worten immer an die Eins sprechen. „Männer sprechen immer zum Anführer hin“, sagte sie. Frauen dagegen reden gerne in die Runde und versuchen auf diese Weise die Gemeinschaft herzustellen. Sie glauben, dass es ausschließlich um die Sache gehe.

Die Kommunikation der Macht bestehe allerdings nicht nur aus Worten. Auch Statussymbole wie die Größe des Firmenwagens oder des Schreibtisches, die Körpersprache und Kontakte spielen dabei eine große Rolle. „Wenn sie mit einem Kleinwagen vorfahren, haben Sie das Garagen-Spiel verloren“, machte Knaths klar. Frauen unterschätzen nach ihren Worten, wie wichtig es sei, sich bemerkbar zu machen. Dies gelte auch für die Übernahme von Aufgaben. „Männer übernehmen grundsätzlich keine Fleißaufgaben, sondern nur prestigeträchtigen Aufgaben“, sagte die Referentin. Damit sichern sie ihre Macht. Ihr Tipp: „Nutzen Sie Statussymbole, um richtige Signale zu senden, ziehen Sie lang, wenn Sie eine Vision haben, und suchen Sie sich Verbündete.“

„Spiele mit der Macht“ hieß der Vortrag, zu dem (von links) Ludwig Moormann, die Managementtrainerin Marion Knaths und Ursula Voß eingeladen hatten.
Foto: Anna Solbach


Artikel Meppener Tagespost vom 08.09.2009